Klassik-Pop-Crossover
35 - 019019
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Sssht

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Zusammenfassung

Vor fast 300 Jahren beschlossen einige Musiker aus Antwerpen, Brüssel, Gent und Löwen, ihre Lieblingsmusik aufzuschreiben. Mit der Zeit wurde das Papier jedoch gelb, die Tinte verblasste und die Musik selbst wurde zusammen mit den verblassten Manuskripten verstaubt.

Das ist, bis jetzt! Mit ihren fein strukturierten Arrangements bringt WÖR aus dem belgischen Flandern neue Impulse in die Musik des 18. Jahrhunderts. Ihre Musik strahlt einen erfinderischen Scheinwerfer mit einem modernen Twist auf die Melodien dieser Manuskripte.

Bert Ruymbeek (Akkordeon) und Pieterjan Van Kerckhoven (Dudelsack, Sopransaxophon, Musette) lernten sich im kleinen, aber in der Folkszene durchaus renommierten Club „‘t Ey“ in Belsele, Flandern. Aus der kleinen örtlichen Folkszene kamen Jonas Scheys (Gitarre) und Jeroen Goegebuer (Geige) dazu. Pieterjans Schulfreund Fabio Di Meo (Baritonsaxophon) machte die Besetzung komplett.

Am Anfang haben sie Folkmusik aus aller Welt gespielt. Aber immer wieder wurden sie nach Musik aus ihrer Heimat gefragt. Schnell hatten sie eine Grundlage in den Manuskripten des 18. Jahrhunderts gefunden. Und genauso schnell wurde auch klar, dass diese Musik stark beeinflusst wurde von anderen Ländern, deren Musik sie schon kannten und spielten. Der Kreis war geschlossen. „Belgien gab es nicht im 18. Jahrhundert“, sagt Pieterjan. „Wir leben an einem Ort, der eine Kreuzung vieler Kulturen war. Der Spanier, der nach Skandinavien wollte, wäre durchgefahren, genau wie der Deutsche, der nach England wollte. Also gibt es eine starke Verbindung zwischen unserer Musik und der unserer Nachbarn. Es ist ein schönes Gefühl, wenn nach einem Auftritt ein Zuschauer kommt und sagt ‚diese Melodie haben wir auch!‘“

Aber die Musik von WÖR, obwohl im 18, Jahrhundert entstanden, ist nicht altmodisch. „Wenn man zu starr auf die alte Melodie schaut, wird es zu einer Art ‚Museumsmusik‘“, meint Bert. „Es muss lebendige Musik von heute werden.“ Und das ist es auf jeden Fall. Mit dem tiefen, pulsierenden Baritonsaxophon, dem frenetischen Fingerspiel am Dudelsack und einem treibenden homogenen Klangteppich aus Akkordeon, Geige und Gitarre wirkt die Musik jung, frisch und sehr modern.

Ihr erstes Album, „Back to the 1780's“, haben sie 2015 veröffentlicht. Produziert vom Engländer Ian Stephenson (Baltic Crossing), wurde das Album hochgelobt. So z.B. von Sam Sweeney, BBC Radio 2 Folkmusiker des Jahres 2015: „Das Album von WÖR ist brillant. Es ist sehr aufregend, eine junge Band zu hören, die alte Manuskripte so erfrischend neu interpretiert“. Es folgten erfolgreiche Tourneen und Auftritte in Europa und Amerika, u.a. beim Shetland Folk Festival (GB), Dranouter Festival (B) und Sunfest (Kanada), wo die Band mit ihrem sehr kraftvollen Sound schnell zum Publikumsliebling wurde.

Das neue Album „Sssht“ kommt nun im Mai in den Handel. Produzent diesmal ist der Finne Esko Järvelä (Frigg, Baltic Crossing and Tsuumi). Er ist bekannt für seine kreative und innovative Spielweise, nicht nur auf der Geige, sondern auch auf Kontrabass, Klavier, Harmonium und Gitarre. Es war nicht schwer, Esko zur Zusammenarbeit zu bewegen: „Ich kenne die Musiker der Band WÖR schon seit vielen Jahren und folge damit ihrer musikalischen Reise mit der Gruppe und auch als Einzelmusiker. Sie streben hoch und arbeiten hart, um ihre Ziele zu erreichen. Für mich haben sie sich als ein Haufen hochtalentierter und furchtloser Musiker mit einer Welt frischer Ideen und einem tiefen Verständnis für traditionelle belgische Musik gezeigt. Auf ihrem Debütalbum brachten sie alte, in Flandern gefundene Manuskripte von der Vergangenheit in die Gegenwart auf eine höchst innovative und stilvolle Art und Weise - wobei sie dennoch den Wurzeln treu blieben und die wesentlichen Teile der Tradition respektierten. Durch ihre Hingabe für diese sehr wertvolle Sache verdient WÖR einen Platz als einen der bedeutendsten belgischen Kulturexporte.“

Und die Band war genauso begeistert. Bert erklärt: „Als WÖR im April 2016 das Shetland Folk Festival (UK) spielte, spielte Esko auch dort mit Tsuumi Sound System. Wir kennen uns schon lange und verstehen uns persönlich und musikalisch gut. Er hat eine sehr interessante Vision von Melodien und Arrangements, legt großen Wert auf Groove und Harmonie und ist gleichzeitig sehr vertraut mit dem Repertoire traditioneller Musik des 18. Jahrhunderts. Er hat eine Vision vom WÖR-Sound, die ganz im Einklang mit dem ist, wo die Band hinwill.

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist eine gelungene Weiterentwicklung des WÖR-Sounds. Kraftvoll aber nicht aufdringlich, melodisch aber nicht kitschig. Klar und sauber aufgenommen, ohne störende Studioeffekte, das Album ist eine Sammlung von Klängen, Texturen und erfrischenden Ideen für unsere Zeit.

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