Latin Jazz
172210 - 06159919
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Identidad

Merkliste
Zusammenfassung

Eine stattliche Discographie kann Juan Pablo Torres mittlerweile vorweisen. Er gastierte bei zahlrei-chen Plattenprojekten berühmter Kollegen und gab in den letzten Jahren zudem eine Reihe exzellenter Einspielungen unter eigenem Namen heraus. Dabei hat sich der 1946 geborene Kubaner aus dem nordöstlich gelegenen Meerhafen Puerto Padre stets mit erstklassigen Musikern umgeben. Identidad, der jüngste CD-Streich, macht da keine Ausnahme. Einmal mehr hat Torres eine hochkarätig besetzte Begleitmannschaft um sich geschart. Da wäre zunächst einmal Pianist Jorge Arronte zu nennen. Der Tastenvirtuose war bereits mit Conexion Salsera (Me Desatina, Muy Caliente Para Ti) sowie Kiki Co-rona (Homenajes) im Studio, und er stand auch auf der Teilnehmerliste von Juan Pablo Torres' Gruppe Super Son (Cómo Pica!). Schlagzeuger Reinier Guerra aus der Universitätsstadt Camagüey konnte sich vor allem an der Seite von Manuel Hernández alias Manolín einen Namen machen. Bassmann Edward Magdariaga schließlich zählt derzeit zu den gefragten Sessionprofis in Miami, so wurde er dort etwa im März 2003 zur Mitwirkung an der Veranstaltungreihe A Prairie Home Companion einge-laden.

Mit dieser Toptruppe hat Torres eine packende Mischung aus klassischen Latin-Rhythmen und westli-cher Fusionjazz-Moderne erschaffen. Gleich im Eröffnungstitel Cubanacan schlagen die Mitglieder des Quartetts gekonnt eine Brücke von der afrokubanischen Tradition zum aktuellen Jazz amerikani-scher Prägung. In den Folgetracks wird dieses Konzept höchst erfinderisch variiert. So lässt man es beispielsweise in Asabache funky grooven, Guayabera zeigt die Künstler von ihrer gefühlvollen Seite, in Agiaco verbreiten sie eine unbeschwert-heitere Stimmung, und in Consuelo el te entwickeln die Vollprofis mit großer Raffinesse ein vertracktes Rhythmusgeflecht. Ein ums andere Mal stellen sie hier ihre spieltechnische Meisterschaft und eine enorme stilistische Bandbreite unter Beweis.

Im Falle von Juan Pablo Torres sind diese Tugenden seit jeher unbestritten, bereits in jungen Jahren erwarb er sich einen Ruf als versierter Instrumentalist. Schon kurz nach Abschluss seines Studiums an der Escuela Nacional de Arte machte der Mann aus der Provinz Oriente in der Formation von Octavio Sánchez Cotán mit seiner Ausnahmebegabung von sich reden. Im Frühjahr 1967 wurde er Mitglied des legendären Orquesta Cubana de Música Moderna, danach leitete er mit Algo Nuevo (Etwas Neues) die erste eigene Gruppe. 1979 beauftragte man Torres – in einer Reaktion auf den damaligen Salsa-Boom in New York – dreißig der besten Musiker Kubas in einer Tanzband zu vereinen. Dieses Dreamteam namens Estrellas de Areito fusionierte auf erfrischende Weise verschiedenste Klangtimbres aus Kuba. 1992 siedelte Torres dann nach Florida über und begegnete dort Mario Bauzá, Paquito D'Rivera und dem inzwischen leider verstorbenen Tito Puente.

In den vergangenen Jahren wuchs die Erfolgsstatistik des Exilkubaners ständig an. Torres kam eine Schlüsselrolle bei Produktionen von Gilberto Santa Rosa, Charles Aznavour, Eddie Palmieri und den TropiJazz All-Stars zu, er brachte seine Talente als Posaunist, Arrangeur bzw. Produzent bei Platten-veröffentlichungen von Los Van Van (Grandes Exitos), Chico O'Farrill (The Heart Of A Legend) und Frankie Ruiz (Puerto Rico Soy Tuyo) ein, und er leitete die Starcombo Cuban Masters, deren Los Ori-ginales ihm eine Grammy-Nominierung in der Kategorie Best Traditional Tropical Album eintrug.

Neben solchen Kooperationen ist Juan Pablo Torres regelmäßig in eigener Sache aktiv. So verwirk-lichte er etwa in den Neunzigern mit Trombone Man und Pepper Trombone wunderbare eigene Platten, Together Again aus dem Millenniumsjahr 2000 stand dem in nichts nach und mit Trombon AfroCubano konnte der unermüdliche Künstler ebenfalls allerorten reüssieren.

Mit Identidad nun behauptet Juan Pablo Torres ein weiteres Mal souverän seine Position als ein füh-render Vertreter des afrokubanischen Jazz und Posaunist der Extraklasse. Kein Wunder, schließlich sahen namhafte Autoritäten wie Horacio Hernández Sr. Und Guillermo El Loro Barreto in ihm schon vor drei Dekaden den größten Posaunisten, der jemals auf Kuba geboren wurde.

Im Mai 2003 trat Torres übrigens beim renommierten Festival en la Calle 8 auf und ließ das Konzert auf Filmmaterial bannen. Mit ihm standen seine aktuelle Band und illustre Gäste auf der Bühne. Dazu gehörten Holzbläser Paquito D'Rivera sowie Tubist Bob Stewart. Und auch Posaunist Steve Turre, der bereits von Santana und Ray Charles engagiert wurde und unlängst mit vier Posaunenkollegen das Album One 4 J veröffentlichte, war mit von der Partie.

Titel
  • Cubanacan
  • Consuelo El Te
  • Asabache
  • Agiaco
  • Rio Cauto
  • Elsa´Bor
  • Casabe
  • Tumbao.Com
  • Guanabo
  • Guayabera
Tourdaten