Blues
172210 - 0621081
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Comfort To The Soul

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Zusammenfassung

Als Senkrechtstarterin verstößt Ana Popovic gegen die Sitten des Blues. Zum

Blues gehören nämlich auch die „dues“ - den Tribut, den man zahlt, wenn man

jahrelang als unbekannter Künstler spielt (behaupten zumindest diejenigen, die

es nicht so schnell nach oben schaffen). Die Sängerin und Gitarristin aus

Jugoslawien hat mit ihren 26 Jahren dagegen schon vieles erreicht. Sie trat bei

großen europäischen Musikfestivals auf. Sie stand neben Bernard Allison,

Kenny Neal und Michael Hill auf der Bühne und ging mit dem

renommierten Produzenten Jim Gaines ins Studio. Fast noch

beeindruckender: ihre Nominierung für den W.C. Handy Blues Award

als beste neue Künstlerin 2003. Diese Ehre wird äußerst selten einem

europäischen Blueskünstler zuteil.

Das neue Album macht eines deutlich: Bei Ana Popovic geht es nicht um das

bloße Recycling überholter Klischees. Ihr Blues ist frisch, optimistisch und

grenzüberschreitend, bewegt sich auch den Gefilden von Rock, Soul und Jazz.

Stichwort Memphis: Hier nahm sie ihr Ruf-Debüt „Hush“ (0621063) auf, hier

erhält sie den W.C.-Handy-Award, hier entstand auch „Comfort To The Soul“.

Jim Gaines saß wieder bei einigen Tracks am Mischpult; für die

Endmischung und Produktion der meisten Titel war David Z. (Buddy Guy, Jonny

Lang) zuständig.

Einerseits covert sie Songs von Musikern, die sie inspiriert haben.

„’Sittin’ On Top Of The World’ kenne ich von den Sessions, die mein Vater

veranstaltete. Ich mag dessen positive Botschaft: ‚He left me, but I don’t

worry’... mit anderen Worten, ich bin mit mir selbst zufrieden und genieße das

Leben.“ Dieser gründlich überarbeitete Howlin’ Wolf-Klassiker steht direkt

neben Steely Dans „Night By Night“ - ein Beweis dafür, dass Popovics Blues fast

keine Grenzen kennt. „Durch seine Akkordfolge und bluesige Riffs fühlt sich

dieser Steely Dan-Titel für mich wie Blues an.“

Das Album bietet dazu eine Reihe von intelligenten eigenen Titeln. Zum

Instrumental „Navajo Moon“ fühlte sich Ana durch den Besuch eines

Indianer-Reservats und einen Sonnenuntergang über dem Grand Canyon inspiriert.

„Jaco“ schrieb sie, nachdem sie über das Leben von Jaco Pastorius gelesen hatte

- den Song widmet sie aber allen „extrem talentierten Künstlern, deren

Schicksal es ist, als Medium für eine Kunstform zu agieren. Menschen wie Jaco

oder auch Jimi Hendrix.“ Beim rockigen „Don’t Bear Down On Me“ (mit Todd

Sharpeville als Mitverfasser) singt Ana vom Kampf einer Frau in der

patriarchalischen Welt des Blues. Der Song bringt auch ihre selbstsichere

Haltung zum Ausdruck. „Ich bin noch relativ neu in der Szene. Der Song

spricht von dem, was ich machen muss, um durch zu kommen: steal the show!“

Ana Popovic nimmt es mit der Musik ernst. Es ist ihr Weg nach Hause - zu sich

selbst. Musik ist - wie einst John Lee Hooker sagte - ihr Heiler.

Hier ist „Comfort To The Soul“.

Titel
  • Don't Bear Down On Me (I'm Here To The Soul)
  • Love Me Again
  • Comfort To The Soul
  • Change My Mind
  • Sittin' On Top Of The World
  • Night By Night
  • Navaja Moon
  • Need All The Help I Can Get
  • Recall The Days
  • Fool Proof
  • Jaco